Einsamkeit
Studien legen nahe, dass hierzulande immer mehr Menschen von Einsamkeit betroffen sind. Dies hat nicht nur negative Folgen für deren psychische und physische Gesundheit, sondern auch für die Stabilität der Gesellschaft, die trotz digitaler Vernetzung Isolation zu fördern scheint.
Einsamkeit ist das Gefühl, emotional oder sozial nicht ausreichend mit anderen Menschen verbunden zu sein. Dabei bedeutet Einsamkeit nicht einfach nur, allein zu sein. Ein Mensch kann allein sein, ohne sich einsam zu fühlen, zum Beispiel wenn er Ruhe oder Zeit für sich selbst geniesst. Umgekehrt kann sich jemand auch mitten unter vielen Menschen einsam fühlen, wenn echte Nähe, Verständnis oder Zugehörigkeit fehlen. Dem entsprechend gibt es unterschiedliche Formen von Einsamkeit: manche Menschen erleben emotionale Einsamkeit, wenn ihnen enge Bindungen oder vertraute Bezugspersonen fehlen. Andere fühlen sich sozial einsam, weil sie keine Gemeinschaft oder keinen festen Freundeskreis haben. Zudem gibt es existenzielle Einsamkeit, also das Gefühl, mit den eigenen Gedanken, Ängsten oder Lebensfragen letztlich allein zu sein.
Psychologisch entsteht Einsamkeit häufig dann, wenn zwischen den gewünschten und den tatsächlichen sozialen Beziehungen ein Unterschied besteht. Menschen wünschen sich meist Anerkennung, Vertrauen, Freundschaft und das Gefühl, verstanden und wichtig für andere zu sein. Fehlen solche Beziehungen über längere Zeit, kann Einsamkeit entstehen und belastend werden. Kurzfristige Einsamkeit gehört zum menschlichen Leben und wird von fast allen Menschen irgendwann erlebt. Problematisch wird sie vor allem dann, wenn sie dauerhaft anhält. Menschen, die sich langfristig einsam fühlen, leiden häufiger unter Stress, Angststörungen oder Depressionen. Auch körperliche Auswirkungen werden beobachtet, etwa Schlafprobleme, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder ein geschwächtes Immunsystem. Da sich einsame Menschen oft zurückziehen, kann sich das Gefühl der Isolation weiter verstärken.
Früher galt Einsamkeit oft als individuelles Gefühl, das vor allem ältere oder sozial isolierte Menschen betrifft. Inzwischen zeigen jedoch viele Untersuchungen, dass Einsamkeit Menschen aller Altersgruppen betreffen kann – besonders auch junge Menschen. Deshalb wird Einsamkeit heute auch als gesellschaftliches Problem diskutiert: in modernen Gesellschaften leben Menschen zwar digital stark vernetzt, gleichzeitig fehlen jedoch vielen stabile persönliche Beziehungen und Gemeinschaften. Soziale Medien können Kontakte erleichtern, erzeugen aber oft auch oberflächliche Kommunikation oder ständigen Vergleich. Viele Menschen fühlen sich deshalb trotz permanenter Online-Verbindung emotional allein. Darüber hinaus sehen Experten auch Folgen für die Demokratie: Menschen, die sich dauerhaft ausgeschlossen oder nicht gehört fühlen, verlieren oft Vertrauen in Gesellschaft, Politik oder andere Menschen.
Wertorientiertes systemisches Coaching kann Menschen, die sich einsam fühlen, dazu einladen, ihre Werte und Bedürfnisse zu reflektieren. Das St.Galler Coaching Modell® kann sie gezielt dabei unterstützen, die eigenen Gefühle und Emotionen besser zu verstehen und belastende Verhaltens- und Beziehungsmuster zu erkennen. Gleichzeitig kann der Coaching-Ansatz die Selbstwahrnehmung, das Selbstvertrauen und die Fähigkeit, aktiv auf andere Menschen zuzugehen, fördern, so dass sich zunehmend innere Stabilität und Zugehörigkeit entwickeln können.
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