Xenophobie: Wie Angst vor dem Fremden entsteht
Psychologische Erklärungsmodelle zur Angst vor dem Fremden reichen von einer angeborenen Furcht der Kleinkinder vor Ungewohntem bis hin zur Schaffung negativer Bilder von Fremden, um ein überlegenes Selbstbild zu erzeugen.
Der Begriff Xenophobie stammt aus dem Griechischen und bedeutet „Angst vor Fremden“. Bereits Säuglinge zeigen sogenanntes „Fremdeln“, wenn ihnen unbekannte Gesichter begegnen. Dabei geht es jedoch weniger um Angst vor Fremden selbst als um die Unsicherheit, ob die vertraute Bezugsperson noch da ist. Die Entwicklung von Xenophobie hängt eng mit frühen Bindungserfahrungen zusammen: Kinder, die sichere emotionale Bindungen erleben, begegnen Neuem meist neugieriger und offener. Unsicherheit dagegen kann dazu führen, dass Fremdes als bedrohlich wahrgenommen wird. Gleichzeitig lernen Kinder durch ihre soziale Umgebung Vorurteile und Gruppenbilder. Schon im frühen Kindesalter entsteht die Unterscheidung zwischen „Wir“ und „Die Anderen“, was den Selbstwert massgeblich beeinflussen kann.
Ein wichtiger psychologischer Mechanismus ist die sogenannte Projektion. Menschen übertragen dabei eigene Ängste, Unsicherheiten oder unerwünschte Gefühle auf andere – besonders auf Menschen, die als fremd wahrgenommen werden. Fremde eignen sich dafür besonders, weil sie unbekannt sind und Unterschiede sichtbar machen. So werden ihnen Eigenschaften zugeschrieben, die oft mehr über die Ängste derjenigen aussagen, die urteilen.
Xenophobie verstärkt sich vor allem in Zeiten gesellschaftlicher Unsicherheit. Globalisierung, soziale Abstiegsängste, politische Krisen oder Migration können bei Menschen Gefühle von Kontrollverlust und Hilflosigkeit auslösen. Um diese diffusen Ängste greifbar zu machen, suchen manche nach Schuldigen und richten ihre Ablehnung gegen Minderheiten oder Geflüchtete. Politische Akteure können solche Ängste gezielt instrumentalisieren und verstärken. Besonders problematisch wird Xenophobie, wenn sie in Fremdenhass umschlägt.
Neben Bildung und persönlichem Kontakt zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft gilt vor allem Empathie als Möglichkeit zur Prävention. Entscheidend ist die Fähigkeit, sich in andere hineinzuversetzen und die eigenen Ängste kritisch zu hinterfragen, statt sie auf andere zu projizieren. Das wertorientierte systemische St.Galler Coaching Modell® (SCM®) kann dazu beitragen, Xenophobie entgegenzuwirken, indem es Selbstreflexion und Selbstwahrnehmung, als Voraussetzung für Empathie, fördert. Durch gezielte Interventionen können Offenheit, Eigenverantwortung und zwischenmenschliches Verständnis – Fähigkeiten, die Angst vor dem Fremden und Vorurteile reduzieren können – gestärkt werden.
In der Ausbildung zum Dipl. wertorientierten systemischen Coach & BeraterIn lernen Sie einzigartige, hochwirksame Coaching-Methoden kennen, ein Coaching Ihrer Person inklusive!
Gerne beraten wir Sie persönlich!
Sie möchten mehr über unsere Coaching-Ausbildungen oder unsere Akademie erfahren? Dann freuen wir uns auf Ihre Kontaktaufnahme per Telefon oder E-Mail.